2026
18.09.2026 Vortrag und Jahresmitgliederversammlung
Vortrag von Nicolai Hillmus (TU Darmstadt)
18. September 2025, 19.00 Uhr
Marstall des Kurmainzer Amtshofs, Amtsgasse 5, 64646 Heppenheim
Der Heppenheimer Geschichtsverein lädt ein zu dem öffentlichem Publikumsvortrag von Nicolai Hillmus (Doktorand TU Darmstadt) über „die vormoderne Flusslandschaft der Weschnitz und das Amt Starkenburg“, am Freitag, 18. September 2025, 19.00 Uhr, Marstall des Kurmainzer Amtshofs. Der reich bebilderte Vortrag basiert auf den Ergebnissen des Forschungsprojekts „Die Flusslandschaft der Weschnitz und ihre Wechselwirkung mit dem Kloster Lorsch“ und der in diesem Rahmen verfassten geschichtswissenschaftlichen Dissertation des Referenten und beleuchtet die Geschichte der Weschnitz im Raum des Amtes Starkenburg von der Gründung des Klosters Lorsch bis zum 17. Jahrhundert. Bereits auf der ersten Seite des bekannten Lorscher Codex findet sich der Name dieses Flusses. Der Lauf der Wisgoz, die wir heute als Weschnitz oder schlicht „die Bach“ kennen, war eine der wesentlichen Gründe, warum die spätere Reichsabtei genau in diesem Teil des Rieds um 763/764 gegründet und wenige Jahre später bereits auf eine höhere Düne verlegt wurde. Sie diente dem Kloster und den umliegenden Ortschaften als Triebwerk für Mühlen, als Lieferant für Nutz-, Abwasser und Fisch sowie auch als Transportweg. Doch haben solche Gewässer auch eine zerstörerische Seite, und bis ins 20. Jahrhundert überflutete die Weschnitz immer wieder große Teile der Region. Der Vortrag zeigt anschaulich, wie zunächst die Mönche und später die Einwohner des Amtes Starkenburg versuchten, den Fluss zu zähmen und zu nutzen. Welche Maßnahmen wurden gegen Hochwasser und versumpfte Landschaften bereits vor Jahrhunderten getroffen? Wann und warum stritten die verschiedenen Ortschaften am Fluss und wer profitierte von diesen Streitigkeiten? Der Vortrag gibt Antworten auf diese Fragen und behandelt anschaulich die verschiedenen Konflikte, an denen auch die Stadt Heppenheim beteiligt war. Die Ergebnisse von Konflikten und Maßnahmen zeigen sich - wie der im 16. Jahrhundert errichtete Schwalbenzahl - noch heute in der Landschaft und sind Teil der Umweltgeschichte der Region.
Im Anschluss an den Vortrag findet die Jahresmitgliederversammlung des Heppenheimer Geschichtsvereins statt, zu der Gäste ebenfalls willkommen sind. Die Einladung mit Tagesordnung und den Mitgliederbrief können Sie hier einsehen.
Einweihung des Lehrpfades „Vom Korn zum Brot“
Der Heppenheimer Mühlenrundweg wurde 2014 als gemeinsames Projekt von der Stadt Heppenheim und den Vereinen Heppenheimer Altstadtfreunde e. V. und Heppenheimer Geschichtsverein e. V. angelegt. Kürzlich, am 30. April 2026, wurde von der Mühlen-AG des Geschichtsvereins zusammen mit dem Stadtmarketing der Lehrpfad „Vom Korn zum Brot“ mit drei Lehrtafeln eingeweiht. Der neue Lehrpfad soll den Mühlenrundweg bereichern und dient besonders der bessseren Information von Kindern über die wichtige Aufgabe und Bedeutung der Mühlen sowie über den Weg vom Getreidekorn zum Brot. Initiatoren und treibende Kraft für die Realisierung war das bewährte Team Pia Keßler-Schül und Dr. Hermann Müller. Die inhaltliche Gestaltung der Lehrtafeln war ein sehr langer und mühsamer Prozess. Kindgerecht sollten die Abbildungen sein und bei Führungen den Mühlenführern eine Hilfe für Erklärungen geben. Auch Familien, die allein den Mühlenrundweg begehen, sollen eine gute Informationsmöglichkeit erhalten.
Ausgehend von ursprünglich bis zu sieben Lehrtafeln erfolgte ein Konzentration auf drei Tafeln mit den Schwerpunkten „Häufige Getreidearten“, „Aufbau einer Mahlmühle“, „Vom Mehl zum Brot“. Für den Inhalt der Tafeln sind Pia Keßler-Schül und Dr. Hermann Müller verantwortlich. Die graphische Überarbeitung der Entwürfe erfolgte durch Herrn Joel Niebla vom Stadtmarketing. Der städtische Bauhof stellte die Tafeln auf. Finanziert wurde die Herstellung der Lehrtafeln durch den Heppenheimer Geschichtsverein.
Öffentliche Mühlenführung „Wo einst die Mühlen am Stadtbach klapperten“
Spurensuche mit unserem Vorstandsmitglied Dr. Hermann Müller
Sonntag, 13. September 2026, 10:30 Uhr bis ca. 12:00 Uhr, Teilnahmegebühr: Erwachsene 4,00 Euro, Kinder 2,00 Euro, Startpunkt: Kleinen Markt (Platz neben dem Kunsthandelsgeschäft Meinberg).
Die Führung dauert etwa 90 Minuten und findet bei jedem Wetter statt. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen bei der Tourist Information unter 06252 131171/-72
Wie Perlen an einer Schnur lagen in früheren Zeiten rund 60 Wassermühlen an den fünf relativ kleinen Bächen im Heppenheimer Stadtgebiet. Allein am Stadtbach bis hin nach Kirschhausen arbeiteten an 22 Mühlenstandorten Getreidemühlen, Ölmühlen, Schneidmühlen und sogar eine Pulvermühle und eine Dreschmühle sowie – etwas ausgefallen – ein Wassertriebwerk zum Antrieb des Feuergebläses einer Schmiede. Vor der Erfindung von Verbrennungs- und Elektromotoren hatte die Nutzung der Wasserkraft der Bäche eine sehr wichtige Bedeutung für den Antrieb unterschiedlichster Maschinen.
Viele der einst in Heppenheim vorhandenen Mühlen wurden schon vor über 100 Jahren stillgelegt, umgebaut oder abgerissen. Damit gerieten 800 Jahre Mühlengeschichte und Mühlenkultur, die Bedeutung Heppenheims als Zentrum der Mühlenindustrie und auch das Müllerhandwerk in Vergessenheit.
Am Sonntag, den 13. September 2026 kann man um 10:30 Uhr erneut mit dem Heppenheimer Mühlenforscher Dr. Hermann Müller in der Altstadt und Oberen Vorstadt auf Spurensuche gehen. Denn auch heute sind noch allerlei, oft versteckte Relikte aus der Mühlenzeit zu entdecken.
weiterlesen… Weniger…Historische Karten als Spiegel der Zeit: Die Entwicklung der Kartographie am Beispiel Einhausen
Vorstandsmitglied Manfred Bräuer präsentierte im März 2026 im Evangelischen Gemeindehaus Einhausen im Namen des Vereins für Heimatgeschichte eine faszinierende Übersicht zur Entwicklung der Kartografie von Groß- und Kleinhausen. Besonders eindrucksvoll war die Darstellung der politischen und konfessionellen Trennlinien sowie der historischen Besitzverhältnisse, die die Ortsteile über Jahrhunderte prägten: Während Groß-Hausen evangelisch war, blieb Klein-Hausen katholisch.
Bräuer zeigte auf, wie sich Landschaft und Gemeinde bis zur offiziellen Gründung Einhausens im Jahr 1937 veränderten. Der Vortrag ermöglichte es den Besuchern, die Entwicklung der Region anhand historischer Karten nachzuvollziehen – von der Wandlung der Siedlungsstrukturen und Grenzen bis hin zur Veränderung von Ortsnamen im Laufe der Zeit
25.05.2026 Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag
In Heppenheim a. d. Bergstraße gab es einst mehr als 80 Mühlenstandorte. An fünf kleinen Bächen arbeiteten mindestens 60 Wassermühlen. Weitere Mühlen nutzten die Muskel- und Dampfkraft. Die große Anzahl an Mühlen, aber auch deren Vielfalt machten die Stadt über Jahrhunderte hinweg zu einer Mühlenhochburg. Seit 2014 erinnert der „Heppenheimer Mühlenrundweg“ an 800 Jahre lokale Mühlengeschichte. Insgesamt führt der Wanderweg zu 23 Stationen, u.a. zu 13 Standorten ehemaliger Mühlen, zu Wohnhäusern wohlhabender und armer Mühlenbesitzer und zu zwei noch sichtbaren Mühlwehren. Der Wanderer kann zwischen Routen von 2 km bis zu 6,5 km wählen.
Weiterlesen… Weniger…19.05.2026 Vortrag zu Auswanderergeschichten
Bemerkenswertes zu Auswanderungen nach Nordamerika oder: wie (alte) Anzeigen im Verordnungs- und Anzeigeblatt neue Geschichten ans Licht bringen
Ausgehend von Anzeigen in den jeweiligen Verordnungs- und Anzeigeblättern zeigt Vorstandsmitglied Manfred Bräuer Schicksale von Auswanderern aus dem heutigen Heppenheimer Stadtteil Erbach auf. Quellen sind unter anderem an Gläubiger oder Erben gerichtete öffentliche Aufforderungen, sich zu melden. Bräuer berichtet aber auch über heimliche "Entfernungen", schnelle Abreisen sowie Unterstützung für mittellose Auswanderer.
Der Vortrag findet um 19.30 Uhr im Lokal "Das Burgheim", Graben 5 in Heppenheim statt. Veranstalter ist die Bezirksgruppe Odenwald der Hessischen Familiengeschichtlichen Vereinigung.
Das Schildwirtshaus „Zur Sonne“ - Seine Geschichte und die Umstände der Versetzung des barocken Eingangsportals
Katrin Rehbein (Stadtarchiv) und Dr. Karlheinz Mulzer (Mitglied des Heppenheimer Geschichtsvereins) präsentieren die Geschichte des Gasthauses "Zur Sonne".
Gastwirtschaften sind soziale Treffpunkte, Kommunikationszentren sowie Orte lokaler Tradition. Sie tragen damit wesentlich zur Stärkung des Gefühls von Heimat bei. Das Schildwirtshaus „Zur Sonne“ befand sich an der heutigen Darmstädter Straße nördlich der Lehrstraßen Einmündung. Zusammen mit der Thurn- & Taxis‘schen Posthalterei prägte es einige Jahrhunderte lang das Stadtbild Heppenheims, besonders für Durchreisende.
Dieser Vortrag findet am Samstag, den 07. März 2026 um 18:00 Uhr im Marstall statt. Der Eintritt ist frei.
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